Mein Fazit vorweg – eine tolle Stadt!
Okay, zugegeben, Kopenhagen hatte sommerliche Unterstützung, 26 Grad und strahlender Sonnenschein. Dazu hatte ich außerdem eine ortskundige, Top-Reiseleiterin mit sonnigem Gemüt – was sollte da also schief gehen?!

Blog image

Flugzeit Frankfurt nach Kopenhagen, eine Stunde und 10min. Bei Anflug ein erster prüfender Blick aus dem Fenster und da kam die Gewissheit, mich erwartet ein tolles Wochenende...

Blog image


Mein Tag in København startet um 11Uhr mit einer kleinen Fahrradtour zum Kai von Island Brygge.
Die Strecke führt uns durch eine der vielen grünen Oasen der Stadt, die als eine der umweltfreundlichsten Städte der Welt gilt.

Am Kai angekommen bedaure ich zunächst keine Badesachen im Gepäck zu haben, denn hier wird ausgiebig gebadet. Später erfahre ich, das Wasser im Kopenhagener Hafen gehört zu den besten Naturgewässern für Schwimmer in ganz Europa. Kein Wunder also, dass hier einiges am und im Wasser los ist. Doch auch das Sitzen am Kai, Seele und Füße über dem Wasser baumeln lassen, macht Laune.

Hin und wieder fährt ein GoBoat vorbei. Dieses „Picknick-Boot“ scheint geradezu ideal, um Kopenhagen mit einem guten Glas Wein oder einem Carlsberg vom Wasser aus zu erkunden.
Unbedingt rechtzeitig buchen: http://goboat.dk/en/

Es folgt ein Erkundungsgang durch Christiania - Hippie-Freistadt oder, wie es offiziell heißt, eine „staatlich geduldete autonome Gemeinde“.

Blog image

Das Gebiet besteht größtenteils aus ehemaligen Kasernen. Als das Militär das Gelände verließ, wurden 1971 die Zäune von Einwohnern der umliegenden Stadtteile eingerissen und der Bereich wurde zunehmen „übernommen“. Am 26. September 1971 wurde Christiania von Jacob Ludvigsen, einem als Provokateur bekannten Journalisten, ausgerufen.
Seither leben hier ca. 1000 Aussteiger, Hippies, Hausbesetzer und Auswanderer. Wie viele es tatsächlich sind, weiß niemand, denn die 34 Hektar große Siedlung bleibt undurchsichtig. Sie wird eigens basisdemokratisch verwaltet, dänisches Recht gilt hier nicht.
Christianias Hauptattraktion ist sicherlich die Pusher Street, in der Haschisch und Cannabis verkauft wird. Die Händler sind vermummt oder sitzen hinter Tarnnetzen, um unerkannt zu bleiben. Doch die „Auslage“ ist klar zu erkennen, Schilder werben mit gewissen Angeboten. Der Cannabishandel ist zwar umstritten, wird aber irgendwie ebenso geduldet wie die freie Gemeinde Christiania selbst.

Also, heute ist Christiania wohl mehr eine Touristenattraktion als Hippie-Mythos. Dennoch, bei aller Lockerung, die Regeln des Freistaates sollten unbedingt geachtet werden, so rät mir auch meine Begleiterin:
- Keine Fotos!
- Nicht rennen!

Der Hunger führte uns anschließend auf die Papirøen (Papierinsel), zu Kopenhagens sehenswerten Streetfood-Markt.

Blog image

Ich bin begeistert! In der ehemaligen Papier-Lagerhalle wird Kulinarisches aller Länder aus kleinen Foodtrucks verkauft, dazu gibt es einige Bars, Bier- und Kaffeewagen. Hier gibt es Gourmet-Hot Dogs, Burger, Belgische Pommes in Entenfett zubereitet, Pizza, Sandwiches, Tacos, Fish & Chips, Kuchen und Brownies
– die Fastfood-Qual-der Wahl.
Insgesamt sollen es ca. 40 Anbieter sein, die in der 2300 Quadratmeter großen Lagerhalle regionale und internationale Küche anbieten.
Auch Nachhaltigkeit gehört hier mit zum Konzept. Daher entsorgt jeder wie selbstverständlich seinen Müll und hinterlässt einen sauberen Tisch für den nächsten Gast.


Gestärkt geht es weiter in den neuen Hafen. „Nyhavn“ ist der zentrale Hafen der Stadt und gleichzeitig einer der Hauptsehenswürdigkeiten.

Das Hafenmilieu bringt es auf eine beachtliche Zahl an Bierstuben, Restaurants, Tanzlokalen und etwas schwerer „zuordenbare Etablissements“ neben der Istedgade, eines der bekanntesten Vergnügungsviertel Kopenhagens.
Von hier aus starten wir unsere Hafenrundfahrt, vorbei an der Königlichen Bibliothek („Der schwarze Diamant“), der Oper, Nyholm… ach ja, wir fahren auch bei der Kleinen Meerjungfrau vorbei. Unscheinbar, unspektakulär – aber immerhin, abgehakt auf der Liste.

Vor dem Dinner noch eine kleine Shopping-Tour über die Strøget, Kopenhagens längste Shoppingmeile. Mit 1,1 Kilometern ist sie sogar die Längste in Europa.
Wie in allen großen Städten sind auch hier die Boutiquen von Gucci, Prada, Chanel, Dior, Burberry usw. vertreten, ebenso wie internationale Shoppingketten und Restaurants. Hier trifft man außerdem auf das Magasin du Nord, Skandinaviens größtes Kaufhaus.

19:30 Uhr. Auf zur Dinner-Location. Reserviert hatten wir schon Wochen im Vorraus – im Höst (http://hostvakst.dk/host/).
Ausgezeichnet vom Guide Michelin und als World’s Best-Designed Restaurant zertifiziert, ist das Höst optisch wie auch kulinarisch ein Highlight: Rohe Holztische, eine rustikale Holzdecke, grob verputzte Wände in differenten Grautönen…Das hochwertige Porzellan wurde eigens von der Designfirma Menu für das Restaurant entworfen. Die Speisekarte ist überschaubar und „dänisch“ bzw. auf die nordische Küche konzentriert. Außergewöhnlich, hervorragend, lecker!

Blog image

Gegen 22:15 Uhr ein letzter Drink im Jolene im Meatpacking District von Kopenhagen, Kødbyen. Die Bar gefällt mir und auch mit ihrem Statement kann ich gut leben („This is not a fucking cocktail bar“). Doch allmählich setzt sich die Müdigkeit durch.
Ein langer, sonniger Tag in Kopenhagen geht zu Ende…

Am nächsten Morgen dann die „Ernüchterung“:

Blog image

Kopenhagen, waren das etwa Abschiedstränen?

Nicht nötig, ich komme wieder. ;-)